Wer wir genau sind

Wir zeigen hier ein Interview, das die fabelhaften #rheinemamas mit uns gemacht haben. Und es gibt ziemlich gut wieder, wer wir sind:

5. JUNI 2020

#Mompreneurs: Kathrin und Vanessa von babydorm® im interview.

#rheinemamas: Sie sind nicht nur Mütter und Freundinnen, nein, sie sind auch Geschäftspartner und wuppen ihr eigenes Unternehmen. Sie sind Krefelder Mompreneurs und einfach eine Wucht. Von wem die Rede ist? Vom starken Frauenteam, das das Unternehmen BabyDorm® übernommen hat und nun die Leben aller Eltern und Babys verbessern. Erinnert ihr euch noch an den Beitrag zum Babydorm vor ein paar wenigen Wochen? Heute stellen wir euch in unserer Reihe #Mompreneuers die zwei Mädels vor, die dahinter stecken, und lassen uns von ihnen ermutigen und inspirieren.

Stellt euch, euer Produkt und euer Unternehmen einmal kurz vor!

Hallo liebe Rheinemamas, toll, dass wir dieses Interview führen können! Wir sind Kathrin Krebbers und Vanessa Enger und haben im Sommer des letzten Jahres Produktion und Vertrieb der bekannten BabyDorm® Kissen übernommen. Das BabyDorm® ist ein Kissen für Babys, das bei Kopfverformungen hilft, die leider so einige Babys haben. Das Kissen hilft ganz schonend und wird einfach im Schlaf angewandt. Die Verformungen können sich dann zurückbilden oder werden von Anfang an vermieden.

Ihr habt BabyDorm® ja nicht selbst gegründet, sondern das Unternehmen im letzten Jahr übernommen. Erzählt doch noch mal kurz die Geschichte wie es dazu kam!

Stimmt! Wir haben Teile des ehemaligen Unternehmens übernommen. Das Kissen gibt es schon seit etwa 15 Jahren und wurde in Zusammenarbeit mit einem Krefelder Krankenhaus entwickelt. Es war damals das Erste seiner Art. Der ehemalige Inhaber der Firma hatte ein bisschen das Herzblut am Produkt verloren und wir wollten das tolle Kissen nicht dem Untergang überlassen. Wir sind nämlich Überzeugungstäterinnen. So haben wir entschieden, dass wir weiter Familien helfen, indem wir die Kissen weiterhin produzieren.

Was habt ihr vor eure Selbständigkeit gemacht? Vanessa, du warst schon vorher bei BabyDorm. Wie sieht es bei dir, Kathrin aus?

Kathrin: Ich bin 15 Jahre lang den recht klassischen Weg einer Kundenberaterin in Werbeagenturen gegangen. Irgendwo auf der Reise zwischen kleiner Kreativschmiede und internationaler Werbeagentur bin ich Vanessa begegnet, die im Bereich Online Marketing (genauso wie ich) zu den anpackenden “Arbeitsbienen” gehörte. Und über die Jahre erkannten wir immer mehr, wie stark unterschätzt, fachlich deplatziert und zeitlich ausgenutzt Frauen als berufstätige Mütter in dieser Arbeitswelt ihren Weg finden müssen.

Als ich nach Jahren Vanessa zufällig auf dem Fahrrad traf und Sie mich über die Situation Ihres damaligen Arbeitgebers informierte, dauerte es keine Woche, bis wir uns einig waren.

Wir sind Macherinnen und glauben fest daran, dass wir Frauen so viel mehr können, als wir oft tun oder uns zutrauen.

VANESSA ENGER

Ein Unternehmen zu übernehmen ist schon ein großer Schritt, stand Selbständigkeit schon immer auf einer Karriere to do Liste?

Vanessa: Ehrlich gesagt – ja! Wir sind Macherinnen und glauben fest daran, dass wir Frauen so viel mehr können, als wir oft tun oder uns zutrauen. Ein Unternehmen zu führen ist machbar. Unseres ist noch klein und wir sind beide Mütter. Karriere – klar, das ist der Begriff. Aber eigentlich verdienen wir nur selbständig unser Brot 😉 

Kathrin: Dabei atmen wir jeden Tag tief und befreit durch. Während wir mit einem Lächeln feststellen, wie gut es sich anfühlt, selbständige Entscheidungen für ein so wunderbar sinnvolles Produkt wie dem BabyDorm Kissen zu treffen.

Was war die größte Herausforderung in eurem ersten Jahr? Was hättet ihr gerne vorher gewusst?

Vanessa: Hätten wir vorher gewußt, wie viel man selbst schaffen kann, hätten wir das schlicht schon vorher gemacht.

Kathrin: Die größte Herausforderung? Kurz nach einem gelungenen Unternehmensstart stellt sich mit der Corona-Pandemie unserem neu geborenen Unternehmen direkt eine Wirtschaftskrise entgegen. Genauso wie in Phasen der Unternehmensgründung gehen wir dabei die Dinge Schritt für Schritt an, eruieren Probleme, wie Möglichkeiten und entscheiden gemeinsam, was für unsere rundum gesunden Kissen am Besten zu tun ist. Bisher klappt das gut. Aber das allgemeine Geschäftsleben und auch die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern (homeoffice) ist erstmal einfach anders geworden.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Wie gut kanntet ihr euch vorher schon im beruflichen Sinne?

Sehr gut, wir sind ein tolles Team! Sicherlich auch, weil wir unsere beruflichen Fähigkeiten aus früheren Marketingzeiten gut einschätzen können. Damals haben wir uns gegenseitig oft bei brandeiligen Das-muss-heute-auf-alle-Fälle-raus Projekten das Leben ‘gerettet’. Und frustriert zugesehen, wie der von oben übermittelte Stress oft völlig unnötig war. Unsere Zusammenarbeit funktioniert darum ganz bewusst ruhiger. Wir gehen lieber einen durchdachten Schritt früher in die Richtung, die wir für die Richtige halten. Anstatt später hektisch reagieren zu müssen. Bisher hat sich das bewährt.

Wir wollen dabei nicht vergessen, dass wir auch noch spitzenmäßige Mitarbeiter haben, die echt zuverlässige und richtig gerne Ihren Job machen! Ohne die ginge es nicht! So viele Päckchen könnten wir alleine nicht packen!

Selbständigkeit bietet einen Ausweg. Mutig und kreativ sollte man dafür aber schon sein… genauso wie schnell und anpassungsfähig!

KATHRIN UND VANESSA ÜBER SELBSTÄNDIGKEIT IN DER ELTERNZEIT

In meiner Elternzeit habe ich gemerkt, dass viele Mamas über Selbständigkeit nachdenken. Warum glaubt ihr, ist dies der Fall?

Das Zurück für Mamas nach der Elternzeit ist ja meist eine Teilzeitjob. Leider immer noch. Oder auch schön! Weil man sich mehr Zeit für die Kinder nehmen kann. Diese Zeit nimmt einem keiner mehr. Aber jede Frau macht mit dem beruflichen Wiedereinstieg in Teilzeit  meist auch deutliche Abstriche bei Gehalt, Absicherung, Flexibilität und leider oft auch der Qualität des Aufgabenbereichs. Einer Mutter trauen die wenigsten Unternehmer Großprojekte zu, egal wie Ihre Bildungsgrad aussieht. Zudem erwarten die meisten uns bekannten Arbeitgeber schlicht die Abarbeitung der vorherigen Position in halber Zeit bei halbem Gehalt.

Selbständigkeit bietet einen Ausweg. Mutig und kreativ sollte man dafür aber schon sein… genauso wie schnell und anpassungsfähig! Dann lohnt es sich aber sehr!

Würdet ihr alles noch mal machen so machen? Was würdet ihr nach einem Jahr anders machen
Wir haben alles ganz genauso gemacht, wie wir es wollten (lachen). Und machen weiter so.

Was oder wer war deine größte Hilfe. Wer hat dich unterstützt?
Wir uns gegenseitig. 

Wie hat euer Umfeld auf die Entscheidung reagiert?
Anfangs haben unsere Lieblingsmenschen erstaunt reagiert. Was wir da schaffen wollten, hat man uns ehrlicherweise nicht recht zugetraut. Inzwischen ist das eben unser Job – nicht mehr Angestellte sein, sondern freie Entscheidungen treffen. 

Welche Tipps gebt ihr Frauen und Mamas, die sich selbstständig machen wollen?

Machen! Auf den Bauch hören und die eigenen Ideen umsetzen! Ziele verfolgen und nicht zaudern. Sich gut im Vorfeld zu informieren ist auch ganz wichtig.  Ein neuer Wegweiser mit tollen Tipps kommt unter www.startkrefeld.de von der Wirtschaftsförderung Krefeld und auch die Gespräche bei der IHK vor Ort haben uns bei unseren Gründungsentscheidungen damals wirklich weitergebracht.

Wie sieht euer Tagesablauf als Mama mit eigenem Unternehmen aus?

Aktuell sind wir von 8:00 – 14:00 Uhr im Büro vor Ort und konzentrieren uns nachmittags auf unsere Kinder, “doofes” homeschooling, haben endlich wieder Spaß auf dem Spielplatz, gehen einkaufen und organisieren den Haushalt. Wir versuchen das tatsächlich und gedanklich klar zu trennen. Abends wenn alle schlafen, beantworten wir dann noch Interviewfragen, erledigen die Buchhaltung und sind dankbar, dass unsere Mitarbeiter unsere Büro-Abwesenheit an den Nachmittagen so wunderbar auffangen. 

Habt Ihr in Zukunft neue Produkte geplant? Wollt ihr expandieren und wachsen?

Selbstverständlich! Aktuell haben wir wunderschöne neue, ökologische Stoffe aus den Niederlanden eingekauft. Die ersten zeigen wir euch ab dieser Woche mit den Kissenbezügen “Dino” und “Mieze” in unserem Webshop und bei den Babyfachmärkten “BabyProfi” in 5 Städten NRWs.

Zudem planen wir in diesem Sommer eine Premiumlinie, für die wir hochwertige Stoffe, z.B. mit Kaschmiranteilen aussuchen wollen. Wir fangen damit gerade erst an und haben gefühlt hundert spannende Ideen auf dem Tisch liegen.